Amateurfunk-Betriebsarten
Amateurfunk-Prüfung
Amateurfunk-Frequenzen
Amateurfunk-Geschichte
Amateurfunk ist ein technisch-experimenteller Funkdienst und als solcher per Gesetz anderen Funkdiensten wie BOS oder
Seefunk gleichgestellt.
Amateurfunk ist jedoch mehr als nur ein Funkdienst unter vielen.
Funkamateuren ist der Selbstbau ihrer Geräte (Sender, Empfänger und ähnliches) gestattet, in jedem anderen Funkdienst müssen typengeprüfte Geräte verwendet werden.
Das bedeutet allerdings nicht, das sich Funkamateure beim Selbstbau ihrer Geräte nicht an gesetzliche Vorschriften halten
müssten. Die einschlägigen technischen Vorschriften (VDE, ISO
und andere) müssen selbstverständlichen eingehalten werden.
Aus diesem Grunde muss ein Funkamateur auch eine Prüfung ablegen, um nachzuweisen, dass er das technische und fachliche Wissen besitzt, um einwandfreie und störungsfreie Geräte zu bauen.
Amateurfunk-Betriebsarten
Telegraphie (Morsen)
Sprechfunk
Fernschreiben (RTTY = Radio TeleTYpe)
Bildübertragung FAX (von Faksimile = Kopie)
Bildübertragung SSTV (Slow Scan TeleVision)
Amateurfunk-Fernsehen (ATV = Amateur Television)
Die Betriebsart mit den geringsten technischen Anforderung ist eindeutig die Morse-Telegraphie.
Schon mit 1 Watt Sender-Ausgangsleistung oder sogar weniger sind Verbindung rund um die Welt
möglich. Sender und Empfänger können klein gehalten werden und sind so ideal für
den Urlaub, weil diese in jeden Koffer passen. Eine Rolle Draht und ein Anpassgerät für die
Antenne, fertig ist die Urlaubs-Station.
Man verständigt sich durch Töne, welche mittels einer Morsetaste im Sender erzeugt
werden. Zum Empfang reicht das Ohr. Umd Texte zu Übertragen, wir der von Samuel F.B. Morse
entwickelte Morse-Code verwendet, in dem die Buchstaben des Alphabets durch kurze und lange
Töne übermittelt werden. Zum Beispiel ist das Morsezeichen für den Buchstaben
A die Kombination aus einem kurzem (Punkt) und einem langen Ton (Strich).
Natürlich erfordert es etwas Übung, um
Morsezeichen mit einer halbwegs annehmbaren
Geschwindigkeit (üblich sind 60 bis 100 Buchstaben pro Minute) geben und hören zu können.
Morsen macht jedoch durch den geringen Aufwand und die Leistungsfähigkeit eines Telegraphie-Signales (geringe Bandbreite, 1/25 der Sendeleistung einer Sprechfunkverbindung) auch heute noch
großen Spaß.
Nach dem Morsen ist der Sprechfunk die zweitbeliebteste Betriebsart im Amateurfunk. Im Prinzip
handelt es sich hier um eine Übertragung wie am Telefon, nur daß normalerweise immer nur
ein Funkamateur spricht. Gleichzeitiges Sprechen ist allerdings auch möglich,
dazu werden jedoch zwei Frequenzen auf einmal belegt.
Sprechfunk wird auf Kurzwelle in der Regel in Einseitenband-Modulation (SSB), auf UKW in
SSB oder Frenquenzmodulation (FM) durchgeführt. SSB hat im Gegensatz zur früher verwendeten
Amplitudenmodulation (AM) eine geringere Bandbreite, so daß auf dem gleichen
Frequenzbereich mehr als doppelt so viele Sprechfunk-Station unterkommen können.
Durch die geringe Bandbreite
lassen sich größere Reichweiten erzielen, jedoch hört sich die Sprache meist etwas
merkwürdig an. Eine klarere Verständigung bietet FM. Die Bandbreite von FM ist aber
mindestens viermal so groß wie bei SSB, so daß FM vorwiegend nur für den
Nahbereichsfunk eingesetzt
wird, wo wo es genügend freie Frequenzen gibt.
Telegraphie hat, wie wir gesehen haben, im Gegensatz zum Sprechfunk den Vorteil, das nur einzelne
Töne übertragen wird und somit nur eine geringe Bandbreite benötigt. Der Nachteil
liegt jedoch in der nur sehr geringen Geschwindigkeit, mit der Texte übertragen werden
können.
Diese Nachteil bügelt Amateurfunk-Fernschreiben wieder aus. Man arbeitet hier zumeist
im Baudot-Code, einer Fernschreib-Kodierung, in welcher die Buchstaben und Zahlen durch das
Verhältnis zweier Töne zueinander dargestellt wird. Text wird mit Geschwindigkeiten
von 45 bis 300 Baud übertragen. 45 Baud enstrpicht in etwa 280 Buchstaben pro Minute.
Nur Telegraphie-Weltmeister können schneller morsen.
Zum Senden und Empfangen von Fernschreibsendungen wurden bis vor einigen Jahren noch ausgemusterte
Fernschreiber aus dem deutschen Telex-Netz verwendet. Erst der Siegeszug der Computertechnik
brachte ein Wandel in der Fernschreib-Technik, so daß nun auch Frenschreibbetriebsarten wie
Packet Radio, AMTOR oder PACTOR ermöglicht wurden,
welche mit Fehlerkorrektur und höheren Geschwindigkeiten aufwarten können.
Fernschreiben ist zwar nun in der Lage, mit relativ hoher Geschwindigkeit Texte zu übertragen,
aber zum Beispiel Bilder, welche übertragen werden sollen, müssen aufwendig komprimiert
und in Text-Code verwandelt werden, bevor sie gesendet werden können.
FAX geht nun andere Wege. Das Prinzip wurde vom Telefax-Dienst der ehemaligen Deutschen Bundespost
übernommen. Man spannte ein Bild auf einen walzenförmigen Träger und liess diesen
rotieren. Eine Optik tastete dieses Bild ab und Elektronik wandelte es in hörbare Töne
um, welche wiederrum übertragen wurden. Ein FAX-Signal ist daher auch ziemlich leicht
anhand der typischen "rotierenden" Töne zu erkennen.
Längst wurden die Rotationsfaxe durch moderne Computer-Faxmaschinen abgelöst, der
Übertragungsstandard FAX ist jedoch geblieben und immer noch eine wunderbare Möglichkeit
Bilder rund um den Globus per Funk zu übertragen, wobei vor allem das schmalbandige FAX-Signal dazu beiträgt, diese Art der Bildübertragung zu erhalten. Die Sendung eines
Bildes dauert zwischen 1 und 5 Minuten, je nach der Übertragungsqualität.
Die Übertragungsgeschwindigkeit von Amateurfunk-Fax ist bei großer Bildqualität
doch recht gering, so das man ein Verfahren entwickelte, um Bilder schneller zu übertragen.
Im deutschen wird SSTV Schmalband-Fernsehen genannt, und kann in einer Minute mehrere Bilder
übertragen. Das ist ziemlich einfach. Man benötigt nur eine Video-Kamera und ein
entsprechendes Programm, welches die Videosignale des PC in übertragbare Töne umwandelt,
welche dann auf den Sender gegeben werden. Bei dem Empfänger werden diese Signale einfach
zurückgewandelt, und als Bild sichtbar gemacht.
SSTV ist die Vorstufe zum Amateurfunk-Fernsehen (siehe unten). Auch SSTV besitzt eine relativ
schmale Bandbreite und eignet sich ebenfalls hervorragend, um auch auf Kurzwelle Bilder rund
um die Welt zu schicken.
Mit ATV ist dem Amateur die Möglichkeit gegeben, Bildübertragung in TV-Qualität
durchzuführen. Dies ist allerdings nur auf den höheren UKW-Bändern möglich,
da ein ATV-Signal eine Bandbreite von mindestens 10 MHz hat (Bild und Ton). Besonders in einem theoretischen
Katatstrophenfall kann ATV eine fantastische Möglichkeit sein, einem Lagezentrum Bilder
von dem Katastrophen-Ort zu liefern. Amateurfunk als Notfunk macht es möglich.
| Band | Frequenz von - bis | Band | Frequenz von - bis | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2200 m | 135,700 kHz | 137,800 kHz | 70cm | 430,000 MHz | 440,000 MHz | |
| 160 m | 1,815 MHz | 1,835 MHz | 23cm | 1,240 GHz | 1,300 GHz | |
| 80 m | 3,500 MHz | 3,800 MHz | 13 cm | 2,320 GHz | 2,450 GHz | |
| 40 m | 7,000 MHz | 7,100 MHz | 9 cm | 3,400 GHz | 3,475 GHz | |
| 30 m | 10,100 MHz | 10,150 MHz | 6 cm | 5,650 GHz | 5,850 GHz | |
| 20 m | 14,000 MHz | 14,350 MHz | 3 cm | 10,000 GHz | 10,500 GHz | |
| 17 m | 18,068 MHz | 18,168 MHz | 1,5 cm | 24 GHz | 24,250 GHz | |
| 15 m | 21,000 MHz | 21,450 MHz | 6 mm | 47,000 GHz | 47,200 GHz | |
| 12 m | 24,890 MHz | 24,990 MHz | 4 mm | 75,500 GHz | 81,000 GHz | |
| 10 m | 28,000 MHz | 29,700 MHz | 3 mm | 119,980 GHz | 120,020 GHz | |
| 6 m | 50,080 MHz | 52,000 MHz | 2 mm | 142,000 GHz | 149,000 GHz | |
| 2 m | 144,000 MHz | 146,000 MHz | 1,2 mm | 241,000 GHz | 250,000 GHz | |
Detaillierte Infos erhalten Sie bei der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (früher RegTP) unter: www.bundesnetzagentur.de.
Amateurfunk-Geschichte in Deutschland
Die erste Transatlantik Verbindung gelang am 28. November 1923 auf einer Wellenlänge von ca. 110 Metern zwisch F8AB in Nizza und 1MO und 1XAM an der Ostküste der Vereinigten Staaten.
Natürlich gab es in den zwanziger- und dreissiger Jahren keine industriell gefertigten Geräte, so daß Funkamateure hier den Grundstein legten, auf dem der heutige technisch-experimentelle Amateurfunkdienst basiert. Alles musste im Selbtsbau angefertigt und
probiert werden, so daß die Funkamateure das technische Wissen für die
spätere kommerzielle Nutzung des Mediums entwickelten und bereit stellten.
Im dritten Reich stieg die Anzahl der Funkamateure kurzfristig sehr stark an, aber nur, um ausgebildete Funker für die Wehrmacht zur Verfügung zu haben. Aber selbst während des zweiten Weltkrieges gab es einige Funkamateure, die jedoch heute als Sprachrohr der
damaligen Geheimdienste angesehen werden.
Mit dem Zusammenbruch Deutschlands kam auch das Aus für den Amateurfunk. Schon im Januar 1945 verbot der alliierte Kontrollrat jegliche Betätigung mit der Funktechnik, obwohl Deutschland
zu diesem Zeitpunkt noch nicht besetzt war und kapituliert hatte.
Durch den technischen Fortschritt (Ablösung der Röhren zunächst durch Transistoren, später durch Mikrochips) gab es einen enormen Aufschwung für die Funkamateure, und auch endlich die Möglichkeit, die jetzt auch zur Verfügung stehende UKW-Bereiche zu nutzen. Auch bereiteten die neuen Technologien den Weg für die heute recht anspruchsvollen Betriebsarten des Amateurfunks wie Satelliten-Funk
oder GHz-Techniken.
Funkamateure dürfen im Übrigen für sich in Anspruch nehmen, den ersten aktiven Satelliten in Betrieb genommen zu haben (vorherige Satelliten strahlten nur ein Signal aus, konnten jedoch nicht empfangen). Er wurde am 9. März 1965, einen Monat vor dem ersten
kommerziellen Fernmeldesatelliten "Early Bird", in eine Umlaufbahn gebracht.
Der kalte Krieg konnte dem Amateurfunk nichts anhaben. Jeder Versuch der Machthabenden, diesen für Ihre Zwecke zu missbrauchen scheiterte am erbitterten Widerstand der Amateurfunk-Vereinigungen und -Verbände.
Der CB-Funk Boom der 70er Jahre gab dem Amateurfunk neue Impulse, denn viele der CB-Funker kamen, nachdem sie die Möglichkeiten von CB ausgereizt hatten, zum Amateurfunk, um dort ihrer Experimentier-Lust etwas Auftrieb zu geben.
Heute, nach einigen Jahrzehnten Amateurfunks erfreut sich dieser nach wie vor großer Beliebtheit. Einzig und allein das Medium Internet kann ihm gefährlich werden, gibt es doch hier die Möglichkeit, den weltumspannenden Charakter des Amateurfunks ganz ohne Prüfung oder Genehmigung zu erleben.
Unsere Welt wächst zusammen, jedoch bleibt dem Amateurfunk immer ein Platz in der Geschichte und dem Alltag gesichert, als Wegbereiter moderner drahtloser Kommunikation.
Wir führen in unserem Sortiment Amateurfunkgeräte und Zubehör unterschiedlicher Hersteller, mit verschiedenen Austattungen und Frequenzbereichen sowie in allen Preisklassen und für jeden Anwendungsfall.
Manche Leute bezeichnen Guilemo Marconi als den ersten Funkamateur überhaupt.
Eigentlich sollte diese Ehre jedoch Heinrich Hertz gebühren, denn er hat als erster Experimente mit elektromagnetischen Schwingungen und deren Erzeugung durchgeführt.
Danach wurde die Schaar der Interessierten von Jahr zu Jahr größer. Dem Amateuren wurde die Kurzwelle überlassen, weil die Behörden (Reichspost) die Frequenzen von 3 bis 30 MHz als nutzlos ansah.
Die Funkamateure erhielten nach langem Ringen auch eine Sendegenehmigung der Reichspost und sie bewiesen, das auf Kurzwelle durchaus jeder Punkt der Erde erreichbar war.
Am 1. September 1939 wurden alle Sendegenehmigungen zurückgezogen und
die Sendeanlagen der Funkamateure ersatzlos eingezogen. Ausgenommen davon waren lediglich einige Wehrmachtsangehörige, die nicht der zivilen Fernmeldeverwaltung unterstanden.
1947 belebte sich mit der Gründung regionaler Vereine wieder das
Amateurfunkleben. Aus Militärbeständen besorgten sich die
Funkinteressierten unerschwinglich teure Sender und Empfänger und
bauten sie mehr oder weniger auf Amateurfunkbedürfnisse um.
Ein Amateurfunkgesetz wurde jedoch erst 1949 auf den Weg gebracht.
Dieses brachte jedoch den vielen Funk-Interessierten eine enorme Freiheit und so stiegen die Zahlen der ausgegebenen Sendelizenzen von 3000 im Jahr 1952 über 15.000 im Jahr 1962 bis zu den zur Zeit ca. 80.000 vergebenen Amateurfunk-Genehmigungen.
In der damaligen Deutschen Demokratischen Republik gab es ebenfalls nach Beendigung des 2. Weltkrieges wieder Amateurfunk, jedoch musste jeder, der eine Sendegenehmigung erhalten wollte, Mitglied in der 1952 gegründeten "Gesellschaft für Sport und Technik (GST)"
werden, einer paramilitärischen Vereinigung der "Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)".
1953 wurde die "Verordnung über den Amateurfunk in der DDR" auf den Weg gebracht und bereits 1959 durch das neue "Gesetz über das Post- und Fernmeldewesen" und eine "Amateurfunkverordnung" bereits wieder novelliert.
Katastrophen wie der große Wintereinbruch mit heftigen Schneefällen um 1975, so schlimm sie auch waren, gaben dem Amateurfunk neue Impulse und eine neue Rolle als Notfunk im Katastrophenfalle.
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