Testbericht aus der Fachzeitschrift
Gehören Sie auch zu den bedauernswerten
Hobbyfunkern, die keine Hochantenne aufbauen dürfen? Dann könnte die LDA-27 von
MWF-Service aus Leipzig eine gute Alternative für Sie sein. Der endgespeiste
Strahler kann bis zu 100 W belastet werden und ist am Anschlusspunkt mit
einer (allerdings nicht wetterfesten) Anpassbox versehen, so dass er sich ohne
Kürzen abstimmen lässt. Dachböden, Balkone und Fensterfronten sind die bevorzugten
Einsatzorte dieser Antenne, die natürlich auch portabel genutzt werden kann.
Bestandteile und Funktionsweise
Die LDA-27 („Made in Germany") ist
eine insgesamt 690 cm lange Halbwellen-J-Antenne. Ihr liegt ein Datenblatt mit
Aufbauhinweisen bei. Sie besteht, abgesehen von der Anschlussbox, aus einem
150 cm langen schwarzen Koaxialkabel (RG 58), an das eine 540 cm lange, weiß
isolierte Kupferlitze angefügt ist. Diese Sonderform der Halbwellenantenne wird
ausführlich beschrieben im Rothammel-Antennenbuch, das in diesem Jahr in
einer neuen Auflage erscheinen soll. Hier sei nur erwähnt, dass J-Antennen
ziemlich frequenzselektive Monoband-Antennen sind. Sie eignen sich somit kaum
für den Kurzwellen-Rundfunkempfang auf mehreren Bändern, entlasten jedoch
andererseits den Empfänger des CB-Funkgerätes von starken Außerband-Signalen.
Auf diese Weise verhindern sie zumeist den gefürchteten „Radio-Moskau-Empfang"
auf mehreren oder sogar allen Kanälen, welcher bei schlechteren CB-Empfängern
auftreten kann.
Durch den erwähnten Viertelwellen-Stub
aus Koaxkabel und eine kurze Umwegleitung in der Anschlussbox entfällt die
vergleichsweise aufwändige Transformation des hohen Fußpunktwiderstandes
mittels einer Spule, wie wir sie von den meisten starren CB-Halbwellenantennen
kennen. Die LDA-27 ähnelt daher der Lührmann Hotwire 27 (Testbericht in
„CB-funk" 7/1999), unterscheidet sich von dieser jedoch grundlegend durch
ihre Anpassbox.
Dieser 70 x 49 x 29 mm messende schwarze
Kunststoffkasten ist mit einer PL-Buchse zum Anschluss des zum Funkgerät
führenden Antennenkabels und einem Drehknopf versehen. Er enthält einen
Folien-Drehkondensator, mit dem sich die Antenne an die jeweilige Umgebung
anpassen lässt. Das ist bei Kurzwellenantennen meist notwendig, weil Gebäude,
Bäume, Freileitungen und ähnliche Dinge ihre Anpassung beeinflussen, wenn sie
nicht sehr weit entfernt sind. Bei der Hotwire 27 kann ein vergleichbarer
Effekt dadurch erzielt werden, dass man sie beispielsweise um einen
(nichtleitenden!) Tragmast schlingt und dabei die Windungszahl variiert;
notfalls muss man die Antenne kürzen. Danach lässt sie sich unter Umständen an
einem anderen Standort nicht mehr optimal abgleichen.
Dank der Anpassbox kann man diese Schwierigkeiten
bei der LDA-27 umgehen, wenn man sich auf CB-Funk bzw. den vom Hersteller
angegebenen Frequenzbereich 26-28 MHz beschränkt.
Wir haben die LDA-27 aufgebaut, indem wir
sie mit Hilfe eines Auslegers von einem Balkon eines mehrstöckigen Gebäudes
senkrecht in den Hof herabhängen ließen. Die Anschlussbox wurde am Ausleger
befestigt und war vom Balkon aus noch gut erreichbar. Ein an das untere
Strahlerende gebundener Hammer sorgte für eine ausreichende Straffung der im
Lieferzustand aufgewickelten Antenne. Auf diese Weise befand sich der Strahler
etwa 80 cm von den Metall-Balkonen der darunter liegenden Stockwerke entfernt
und endete etwa 150 cm über der Hoffläche. Der Hersteller empfiehlt einen
Mindestabstand von 40 cm zu größeren Metallteilen und zum Erdboden. Die Katze,
die schon unserem letzten Drahtantennen-Test beigewohnt hatte, zeigte sich
dieses Mal nur mäßig interessiert.
Mit dieser Aufbau-Variante erzielten wir
jeweils nach kurzem Abgleich folgende SWR-Resultate:
SWR bei 80-Kanal-Betrieb
Kanal
41 3 40
SWR
1,9 1,2 1,9
SWR bei 40-Kanal-Betrieb
Kanal
1 20 40
SWR
1,4 1,1 1,4
Der Abstimmknopf an der Anpassbox ist
leichtgängig und braucht nicht allzu feinfühlig eingestellt zu werden. Für den
Abgleich stellt man die Box so vor sich hin, dass sich die PL-Buchse links und
der Kabelabgang der Antenne rechts befindet. Dann muss man den Knopf nach
rechts drehen, um das SWR auf den höheren Kanälen zu verbessern (d. h.:
vermindern) und nach links, um es auf den tieferen Kanälen zu verbessern. Dabei
ist zu beachten, dass die Kanäle 41 - 80 tieferen Frequenzen zugeordnet sind als
die Kanäle 1 - 40. Hängt die Antenne frei, erzielt man ungefähr bei
Mittelstellung des Knopfes einen optimalen Abgleich. Leider ist er nicht
skaliert, so dass man eine einmal gefundene Position nicht einfach wieder
einstellen kann. Daher sollte man den Knopf nach erfolgreichem Abgleich z. B.
mit Schraubenlack fixieren, wenn man die LDA-27 stationär betreiben möchte.
Zumindest sollte die Position des Knopfes farbig markiert werden.
Die vorstehenden Tabellen zeigen, dass
die LDA-27 eine für 80-Kanal-Betrieb noch gut ausreichende Bandbreite besitzt.
Indoor- und Portabelbetrieb
Natürlich kann die LDA-27 auch horizontal, schräg oder notfalls auch mehrfach geknickt aufgebaut werden, allerdings ist dann mit Polarisationsverlusten beim Funkverkehr mit anderen CB-Freunden zu rechnen, die in aller Regel vertikal polarisierte Antennen benutzen.
Unter-Dach-Montage oder sogar ein Betrieb
innerhalb der Wohnung sind ebenfalls möglich. Dabei stehen dem Vorteil der wettergeschützten
Unterbringung die höhere Dämpfung durch die Dachhaut oder Decken und Wände
sowie mögliche Abgleichprobleme gegenüber. Besonders vorteilhaft ist der
schnelle und nicht mit einer Verkürzung des Strahlers verbundene Abgleich
beim Portabelbetrieb. Denn hierbei findet man stets andere Umgebungsverhältnisse
vor, die eine an einem anderen Ort vorgenommene Abstimmung zur Makulatur
werden lassen. Zwingend notwendig ist ein solche Abgleichmöglichkeit bei einer
Halbwellen-J-Antenne für den CB-Funk allerdings nicht, wie die schon erwähnte
Lührmann Hot-wire 27 beweist. Wer sich jedoch verbotenerweise auch außerhalb
der 80 in Deutschland zugelassenen CB-Kanäle tummelt, kann die LDA-27 im
gesamten Frequenzbereich zwischen 26 und 28 MHz optimal abstimmen. Da die
LDA-27 nur 210 g wiegt, lässt sie sich auch auf längeren Wanderungen bequem
mitnehmen. Hat man zusätzlich einen Glasfiber-Teleskopmast dabei, benötigt man
nicht einmal einen Baum als Aufhängepunkt.
Fazit
Die LDA-27 der Firma MWF-Service ist eine
nicht ganz 7 Meter lange CB-Drahtantenne nach dem Halbwellen-J-Prinzip. Sie
ist mit einer nicht wetterfesten Anpassbox versehen, die auch bei ungünstiger
Anbringung der Antenne einen optimalen und schnellen Abgleich auf den
CB-Kanälen gewährleistet, ohne den Strahler zu kürzen. Auch Hobbyneulinge können die LDA-27,
die ebenso leistungsfähig ist wie übliche CB-Halbwellen, problemlos abstimmen.